Dritter Ligaspieltag in Chemnitz

richardhartmannhalle_kleinSamstag, der zwölfte September. Milde Sonnenstrahlen kitzeln einen behutsam aus dem Schlaf. Ein strahlendblauer Himmel lässt Chemnitz in seinem besten Licht erscheinen. Liebliches Vogelgezwitscher. Anpfiff ist erst um zehn, genügend Zeit also für ein knuspriges Marmeladenbrötchen und ein Tässchen Kaffee dazu. Kein Wölkchen trübt das spätsommerliche Bild, es hätte so ein prächtiger Tag werden können…

Die Richard- Hartmann- Halle war auserwählt worden, eine der modernsten Sportstätten, die Chemnitz zu bieten hat. Und man hatte die Wochen zuvor beflissen trainiert, um hier der versammelten Welt zu zeigen, dass man im Vorjahr nicht umsonst ins B-Level aufgestiegen ist. Es hätte wirklich ein großartiger Tag werden können…

Der argwöhnische Leser ahnt an dieser Stelle vielleicht schon, dass das Geschehen noch eine Wendung nehmen wird, doch alles der Reihe nach.

angriffMitteDie versammelte Welt, das waren je zwei Mannschaften aus Prag und Berlin, eine aus Wien, sowie zwei Dutzend Zuschauer, die allerdings auf den riesigen Besuchertribünen etwas verloren wirkten. Die Ausgangssituation für die Queerschläger war freilich nicht rosig, nach den ersten beiden Spieltagen belegte man den letzten Platz. Doch der Abstand zum Vorletzten betrug lediglich einen Punkt, das aufzuholen also nichts Unmögliches. Dafür könnte man ja den Heimvorteil nutzen…

Erstes Spiel gegen Berlin Thunder. Der Kontrahent ist ebenbürtig, die Queerschläger sind jedoch stets eine Nasenlänge vorn. Bis zum Satzball. Doch der will nicht gelingen. Berlin holt auf. Berlin zieht gleich. Berlin überholt. Berlin siegt 26:24. Wie bitter.
War das schon die Wendung?
Nein.
Zweiter Satz 25:18 für Chemnitz. Klares Ergebnis. Na bitte, geht doch. Weiter so!
Doch der dritte Satz ähnelte wieder stark dem ersten. Im Prinzip ein Déjà-vu. Kurz vor der Ziellinie abermals abgefangen, 25:23 für Berlin. Erstes Spiel verloren, abgehakt. Und von da an ging es bergab.

Der zweite Gegner war stärker. Deutlich stärker. Der spätere Turniersieger Alcedo Prag überzeugte mit Druck von Anfang bis Ende, sicherem Spielaufbau, zornigem Angriff, der zumeist auch einen Punkt brachte, sichtbarer Matchhärte, mehr Wettkampferfahrung.
Und das zeigte seine Wirkung. Chemnitz agierte zunehmend unsicher, unnötige Fehler häuften sich, eigene Angriffe verpufften an der Übermacht des Rivalen. Ein 13:25 im ersten Satz war die deutliche Quittung dafür.
Doch Aufgeben? Niemals!
Der zweite Satz lief besser. Die Gastgeber hatten sich wieder etwas gefangen, und auch Prag war längst nicht mehr so kampfeswütig. Das Ergebnis erneut knapp, 23:25. Doch verloren ist verloren.

Und hier ging auch noch mehr verloren. Die Spielfreude zum Beispiel. Eigentlich ging es jetzt schon um nichts mehr. Der Abstieg war nun sicher, die letzten beiden Partien gegen Aufschlag Wien und Vorspiel Berlin hätten völlig unverkrampft sein können. Doch nicht ohne Spielfreude. Die Luft war raus, der Frust bis in die Zuschauerränge zu spüren. Und die Gegner hatten leichtes Spiel. Schwamm drüber.

Unser Ausflug ins B-Level war also nur von kurzer Dauer. Wir waren nicht chancenlos. Die zumeist knappen Ergebnisse aller Spieltage haben gezeigt, dass wir technisch mit den anderen durchaus mithalten können. Was uns fehlt sind Wettkampferfahrung und das letzte Quäntchen Sicherheit im Spiel, um dem Druck eines versierten Gegners zu widerstehen. Und das erlangt man nicht im Training, sondern auf Turnieren. Also Leute, lasst uns fahren!

Frank M.

Anmerkung des Vorstands:
Wenn auch sportlich ein wenig bitter, so konnten wir wenigstens als Gastgeber glänzen. Lob gab es von allen Mannschaften für die Organisation und das leckere Buffet. Vielen vielen lieben Dank an die Helfer!!

🙂

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3 Responses to Dritter Ligaspieltag in Chemnitz

  1. DrKU says:

    3. Wahl ist auch nicht das Schlechteste

  2. Uwe, Vorstandsvorsitzender says:

    Der Kommentar von Frank trifft den Nagel auf den Kopf. Der Besondere dank gilt auch von mir den Jungs vom Bufett sowie allen die dazu beigetragen haben.

  3. Przemek R says:

    Ich war Mitglied des Queerschlaegerverbandes am Ende der neunziger Jahren als ich an der TU Chemnitz studierte. Volleyball war nicht unbedingt meine beliebte Sportdisziplin und daher nahm ich nicht oft an Wettbewerben teil allerdings ging ich regelmaessig zum Trainieren. Es ist schoen zu sehen, dass das Verband immer noch existiert und das die gleichen Leute dort taetig sind. Queerschlaeger waren immer sehr offen auf neue Mitglieder auch auf Auslaender die wie ich in Chemnitz lebten.

    Viele Gruesse an alle, insbesondere an Frank M der ohne Zweifel einer der besten Spieler im Verein war.

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